Unser Igel

Unser Igel

Pieksi auf Entdeckungsreise

1. Bericht aus dem Winterquartier

So meine lieben Igelfreunde, ich melde mich das erste Mal aus meinem Winterschlafquartier und sage euch, dass ich die letzten Wochen kaum geschlafen habe. Die Temperaturen sind draußen einfach zu warm. Das erste Mal fiel ich an Silvester in den Winterschlaf, aber es hielt nicht lange, weil es draußen wieder wärmer wurde. Eigentlich möchte ich einfach nur schlafen, aber ich schaffe es nicht in den Winterschlaf und fresse auch nichts. Deshalb habe ich schon 200 Gramm abgenommen und wiege nur noch knappe 800 Gramm. Ich hoffe es wird bald kälter, denn diese warmen Temperaturen kosten mich sehr viel Energie. Zudem ärgert mich seit 2 Wochen noch eine Maus. Sie macht mein ganzes schönes Zuhause wüst und frisst mein Futter weg. Meine Betreuerin hat schon eine Lebendfalle aufgestellt, aber bisher ist sie nicht hingelaufen. Diese Maus ist wirklich nervig.

Mein Kumpel Buddy hat die Weihnachtsferien bei meiner Betreuerin im Keller verbracht und hat endlich an Gewicht zugenommen. Von 606 Gramm nahm er knapp 200 Gramm zu. An Heilige Drei Könige wog Buddy stolze 815 Gramm. Damit hat er auch ein gutes Polster für den Winterschlaf.

Am ersten Tag bei meiner Betreuerin im Keller musste Frau Hornsteiners Katze den Igelkäfig natürlich erkunden und saß sofort darauf und streckte die Pfote in den Käfig.

Und wisst ihr was, Buddy hat versucht durch das Fenster in sein Häuschen zu gelangen und er hat es nur geschafft, weil meine Betreuerin ihm geholfen hat. Seine Füße waren zu kurz. Das sah lustig aus, aber seht es euch selbst an!

Meine Betreuerin muss jeden Tag auch lachen, wenn sie von Buddy den Käfig sauber macht, denn er meckert die ganze Zeit. Aber seht euch selbst das Video an und hört ihn meckern.

Natürlich kann ich auch meckern, aber ich bin immer sehr zahm. In meinem Winterquartier habe ich meine Betreuerin allerdings auch öfters angefaucht, weil ich meine Ruhe haben wollte und versuchen zu schlafen. Die arme! Sobald es etwas Neues gibt, melde ich mich mal wieder bei Euch.

Woche 8

Nun, meine lieben Igelfreunde, meine letzte Woche an der Grundschule Ringschnait ist gerade zu Ende gegangen. Dieses Wochenende wurde ich in mein Winterquartier gebracht. Aber davor haben mich alle Kinder der Schule noch einmal besucht, um sich von mir zu verabschieden. Das war so schön und rührend. Ich fraß noch einmal ordentlich viel Igelfutter und schlief viel, so dass ich am Ende der Woche sogar fast 1100 Gramm wog. Damit habe ich ein ordentliches Fettpolster für den Winterschlaf. Hoffe ich zumindest Mein Winterquartier ist an einem schönen See in einer kleinen Hütte. Ich habe ein neues Igelhaus bekommen, indem ganz viel Heu und Zeitungspapier für mich war. Mein neues Igelhaus wurde in einen großen Karton gestellt, das rundherum mit viel Zeitungspapier ausgestopft wurde. Um den Karton gab es Styropor, so dass es schön kuschelig warm bleibt. Aber seht es euch selbst an.

Ich finde mein neues Haus toll und habe mich schon schön eingekuschelt und ein warmes Nest aus Zeitungspapier gebaut. Mal schauen ob ich gleich schlafen kann

Mein Kumpel Buddy darf noch bis zu den Weihnachtsferien in der Schule bleiben und geht über die Ferien zu meiner Betreuerin nach Hause. Er nimmt immer noch nicht viel an Gewicht zu. Am Anfang der Woche wog er immer nur noch 560 Gramm. Am Ende der Woche war er bei 606 Gramm. Er nimmt wirklich nicht viel auf einmal zu. Aber dafür meckert er viel. Vor lauter Angst macht er sogar Pipi auf den Schulflur oder in den Schuhkarton. Der Arme.

Vielleicht melde ich mal wieder aus meinem Winterschlafquartier

Woche 6 und 7

In meiner sechsten Woche hier an der Schule ist nichts Aufregendes passiert. Jeden Morgen machten die Viertklässler meinen Käfig sauber und ließen mich im Schulflur laufen. Mein Kumpel Buddy hatte nun auch die Wurmkur hinter sich und konnte anfangen groß und schwer zu werden. Ich hoffe er nimmt genauso schnell zu wie ich damals. Meine Wenigkeit hatte immer noch die drei besten Lieblingsbeschäftigungen: Schlafen, Fressen und auf dem Schulflur laufen. In dieser Woche nahm ich um 100 Gramm zu. Wie gesagt die sechste Woche war nicht so spannend. Aber der Beginn der siebten Woche war toll. Ich hatte mir in der Nacht zu Montag einmal wieder nur Blödsinn ausgedacht, so dass die Viertklässler und meine Betreuerin wieder ordentlich aufräumen mussten. Ich habe mein Schlafhäuschen umgekippt und kletterte darauf, so dass ich zwischen Schlafhäuschen und Käfig einklemmt war, aber seht euch die Beweisbilder selber an:

In der letzten und siebten Woche bekam ich auch erneut tollen Besuch der Drittklässler. Es war dieses Mal das letzte Fotoshooting angesagt. Da ich viel Gewicht zugenommen habe, piekste ich nun auch mehr, aber die Drittklässler meinten, ich würde kaum pieksen. Mann, ich war so artig!!! Allerdings war es für mich wieder sehr anstrengend: einrollen, ausrollen, einrollen, ausrollen und das bei 22 Kindern. Irgendwann wurde ich sehr unruhig und wollte immer von den Armen meiner Betreuerin laufen, aber ich blieb brav da. Nach dem anstrengenden Fotoshooting durfte ich mich dem Schönheitsschlaf widmen. In dieser Woche bekam ich ebenfalls Besuch der Zweitklässler, bei denen ich auf dem Schulflur laufen durfte, was total viel Spaß gemacht hat. Ich lief öfters zu meiner Betreuerin hin, um Sicherheit zu bekommen, bevor ich auf dem Schulflur sprintete. In dieser Woche nahm ich weitere Gramm zu, so dass ich mittlerweile auf stolze 1000 Gramm komme. Mein Kumpel Buddy nahm auch leicht an Gewicht zu, obwohl er viel fraß. Als er einmal auf dem Schulflur laufen durfte, machte er gleich ein schönes Geschäft hinein und meine Betreuerin musste es aufputzen. Hihi habe ich gelacht. Ihr seht diese Woche war wieder schön an der Grundschule Ringschnait.

Woche 5

Zu Beginn meiner zweiten Woche freute ich über Igelnachwuchs an der Schule. Ich habe euch doch von dem Igel erzählt, der letzte Woche Freitag abgehauen ist. Er ist am Sonntag wiedergekommen und musste in einen Käfig mit voller Heu in einer Garage übernachten. Da es so kalt war, fiel mein Igelfreund in den Winterschlaf. Ich habe es euch auf einem Bild festgehalten!

Montagmittag durfte er endlich sein neues Zuhause in der Schule beziehen. Meine Betreuerin richtete ihm den Käfig ein und stellte ihn in einen warmen Raum, damit er wieder aus dem Winterschlaf erwacht und die nächsten Wochen viel fressen kann.

Leider wusste mein Freund nicht, was ihm noch alles blühte. Er hatte noch einzelne Zecken und wenige Flöhe gehabt, so dass er mit einem Floh- und Zeckenmittel behandelt werden musste und die Zecken gezogen wurden. Der Arme! Ich wusste genau, wie das ist, denn auch bei mir wurde das anfangs im Tierheim gemacht. Bei mir war der Montag und Dienstag ansonsten nicht wirklich spannend. Ich durfte morgens zusammen mit ein paar Kindern aus der 4. Klasse auf dem Schulflur laufen, währenddessen machte meine Betreuerin die zwei Käfige sauber. Zudem schlief und aß ich viel. Am Mittwoch aber, war es sehr sehr anstrengend für mich. Denn die Klasse 4 kam wieder gemeinsam mit ihren Patenkindern aus der ersten Klasse zu mir. Zuerst durfte ich etwas auf dem Schulflur laufen und danach, ich schwöre es euch, kam das allerallerigelanstrengendste! Ich musste erneut zum Fotoshooting anrücken und dieses Mal mit 34 Kindern. Zuerst ein Foto, bei dem ich ausgerollt auf dem Schoß lag und dann noch eines, auf dem ich eingerollt wie eine Kugel, war. Und das bei 34 Kindern!!! Das waren also mehr als 68 Fotos, die gemacht wurden sind, weil bei manchen Bildern die Kinder die Augen zu hatten. Ich sag es euch, einrollen, ausrollen, einrollen, ausrollen, und wieder einrollen und ausrollen! Und neben dieser ganzen Sache sollte ich noch süß schauen! Mittendrin und zum Schluss hatte ich irgendwann keine Lust mehr und piekste etwas mehr oder schaute weg. Hihi und niemand bemerkte es! Nach dieser ganzen Tortur durfte ich mich endlich wieder ausruhen und in meinem geliebten Häuschen schlafen. Die Viertklässler und Erstklässler lasen derweil noch meine Berichte durch und schauten einen Informationsfilm über uns Igel an. Ich hatte da die eindeutigere bessere Beschäftigung: Schlafen! An den nächsten zwei Tagen habe ich erneut viel geschlafen, gefressen und auf dem Schulflur getrippelt. Doch am Freitag Vormittag steckten mich die Viertklässler einmal in meine Rennbahn. Huii, da war ich schon lange nicht mehr darin! Und dieses Mal dachte ich mir etwas aus! Ich laufe nicht, wie üblich, bis zum ersten Tunnel, sondern ich laufe sogar weiter. Huii, schaut euch mal an, wie ich durch den Tunnel laufe, sehe ich nicht süß aus?

Und schwupps erreichte ich auch schon fast das Ende der Rennbahn, an der meine Betreuerin mich fotografierte. Schaut her!

Am Samstag, als meine Betreuerin meinen Käfig komplett sauber machte, durfte ich erneut in die Rennbahn! Dieses Mal filmte sie sogar meinen Rennlauf durch meine gesamte Rennbahn

Nach der Rennbahn durfte ich mich mit meinem Käfiggitter auf dem Schulflur laufen, während mein Igelfreund auch etwas auf dem Schulflur laufen durfte.

Natürlich durfte er nicht zu mir, weil er noch keine Wurmkur bekommen hatte, aber ich sage euch, er wollte überhaupt nicht laufen. Lieber wollte er sich unter einem Schuh verstecken.

Das Laufen auf dem Schulflur muss er noch dringend lernen, da verpasst er etwas! Und wisst ihr noch etwas, der kleine Igel buddelt sich in seinem Käfig mit dem Streu und Zeitungspapier ein und schläft nur ab und zu im Häuschen. Seht selbst her!

Das wäre mir zu viel Arbeit, aber er wird dadurch von meiner Betreuerin Buddy genannt, bis er einen Namen von den Schülern erhält. In dieser Woche nahm ich natürlich auch wieder an Gewicht zu: von 791 Gramm auf knappe 850 Gramm. Hihi ich werde ganz schön schwer und groß, aber das muss ja auch so sein!

Woche 4

In meiner vierten Woche waren endlich die Kinder wieder an der Schule. Obwohl es lauter war und ich die Kinder oft hörte, störte es mich überhaupt nicht mehr. Ich schlief trotzdem den ganzen Tag durch. Das tat super gut. Und ich konnte es immer noch nicht glauben, dass ich schon vier Wochen in der Schule bin. Die Zeit verging wirklich schnell. Denn bald muss ich schon in den Winterschlaf und bin nicht mehr in meinem warmen und kuscheligen Werkstattraum. Aber bevor ich in den Winterschlaf gehe, habe ich natürlich diese Woche wieder sehr viel gefressen. Mittlerweile esse ich jeden Tag und jede Nacht eine ganze Katzenfuttertüte und jeweils ein Schälchen mit Igelspezialfutter. Aber das habe ich nun auch gemerkt! Ich werde immer größer und fetter. Vom Gewicht her wog ich am Anfang der Woche stolze 640 Gramm, aber am Ende der Woche war ich auf igelmegamäßige 773 Gramm gekommen. Durch meine Rennbahn passte ich auch nur noch, wenn meine Stacheln an den Seiten entlang striffen. Aber das war mir egal! Meine Rennbahn ist nämlich supi. Aber meine „Betreuerin“ hat sich mal wieder diese Woche Sorgen gemacht, da ich an zwei Tagen etwas an Gewicht verloren habe und wollte mich schon wieder zum Tierarzt schleppen. Außerdem verlor ich hinten ein paar Stacheln und an meiner Haut sind ein paar Hautschuppen, was auf eine Hauterkrankung hindeuten würde, wenn ich meine „Betreuerin“ richtig verstanden habe. Aber ich zeigte ihr, dass mit mir alles gut ist und nahm in einer Nacht wieder 50 Gramm zu. Ich will nämlich nicht mehr zum Tierarzt, das kann ich euch sagen! Zudem hatte ich in jeder Nacht wieder einen riesen Spaß. Ich wüstete diese Woche richtig ordentlich in meinem Käfig, sodass morgens immer viel zum Aufräumen und Putzen gab. Hihi das macht mir wahnsinnig Spaß! Könnt ihr euch das auch vorstellen? Seht euch selbst die Beweisbilder meiner Wüsterei an!

Findest du mich?

Diese Woche durften auch wieder Kinder mich besuchen. Jeden Morgen kamen zwei Kinder und ich durfte auf dem Schulflur laufen. Haha ich lief immer schnell in meine Ecke am Tischkicker; manchmal so schnell, dass die Kinder staunten, wie schnell ich war. Laufen im Schulflur ist die allerschönste Beschäftigung neben Fressen und Schlafen.

Stellt euch vor, am Freitag war das erste Fotoshooting mit Klasse 2 angesagt. Doch zuvor durfte ich noch einmal eine Runde im Schulflur laufen. Auf einer Seite des Flures saßen alle Mädels von Klasse 2 und auf der anderen Seite alle Jungs der Klasse. Natürlich musste ich als Männchen mich von der besten Seite bei den Mädels zeigen und lief immer im Kreis in der Nähe der Mädchen herum. Haha den Jungs gefiel das gar nicht und sie wurden unruhig. Meine „Betreuerin“ brachte mich deshalb in die Nähe der Jungs, aber igelschnell lief ich wieder zurück zu den Mädchen. Hihi ich glaube den Jungs hat das nicht so gefallen, aber mir schon! Schließlich stand das erste Fotoshooting an. Frau Hornsteiner reichte mich immer an die einzelnen Kinder und ich musste mich einmal ausrollen und einmal als Kugel einrollen. Natürlich sollte ich auch immer einen zuckersüßen Igelblick haben. Das war so anstrengend und langweilig. Schließlich dachte ich mir etwas Nettes aus. Die Zweitklässler hielten mich das erste Mal in den Händen und meine „Betreuerin“ warnte sie immer davor, dass ich pieksen würde. Bis jetzt war ich doch immer igelzahm, was das Pieksen angeht. Aber da hatte ich mir einen Streich ausgedacht. Um die Kinder etwas zu unterhalten, stellte ich ab und zu meine Stacheln, natürlich nur ganz leicht, auf, so dass die Kinder meine Stacheln spürten. Manchmal ließ ich die Stacheln glaube ich etwas zu sehr spüren. Nach dem Fotoshooting hatte ich dann meine Ruhe und konnte wieder schön schlafen. Am Wochenende gab es dieses Mal nichts Aufregendes. Morgens und abends auf dem Schulflur laufen und ansonsten Fressen und Schlafen. Aber ich habe mitbekommen, dass noch ein zweiter Igel einziehen soll. Doch dieser Igel haute am Freitag ab, schlaues Kerlchen Ob mein Igelfreund noch kommt, weiß ich nicht, ich halte euch aber auf dem Laufenden.

Woche 3

Zu Beginn meiner dritten Woche merkte ich eine Veränderung. Es war auf einmal tagsüber so still im Schulhaus, weil Herbstferien waren. Ich genoss die Ruhe und schlief tagsüber sehr viel. Seit Montag durfte ich zweimal am Tag den Schulflur im Keller erkunden.

Das war ein Spaß! Ich konnte so schnell und weit laufen wie ich wollte, aber seht euch das selbst im Video an.

Gleich am ersten Tag entdeckte ich meinen Lieblingsplatz, zu dem ich immer schnell hineilte, die hinterste Ecke am Tischkicker. Und wisst ihr, wieso das meine Lieblingsstelle war? Erstens war es dort etwas dunkler und ich war durch zwei Wände und dem Tischkickerbein geschützt. Zweitens konnte meine „Betreuerin“ mich dort nicht so schnell herausholen, weil ich mich geschickt versteckte und so beim Herausholen ordentlich piekste. Hihi! Neben dem täglichen langen Schlafen war meine zweite Lieblingsbeschäftigung ordentlich fressen. Ich aß sehr viel, teilweise bis zu eineinhalb Tüten Katzennassfutter und zwei Schälchen Igel Spezialfutter an einem Tag. Das zeigte sich auch in meiner Gewichtszunahme. Am Anfang der dritten Woche wog ich bereits 513 Gramm.

Durch das viele Fressen wog ich am Ende der Woche stolze igeltolle 639 Gramm. Durch diese Gewichtszunahme konnte ich auch in meiner tollen Rennbahn nur noch laufen, indem ich mit meinen Stacheln überall anstieß. Trotzdem war es toll in der Rennbahn zu laufen!!! In den Herbstferien blieb mir aber ein Kinderbesuch nicht ganz aus. Die Kinder zweier Kolleginnen kamen am Montag und am Sonntag zu mir. Sie beobachteten mich und durften mich sogar am Ende streicheln. Und ich, ich war igelzahm und piekste nicht. Wie ihr seht, geht es mir immer noch erstaunlich gut und ich sehe doch richtig igelsüß und goldig eingerollt auf dem Bild aus oder?

Woche 2

Zu Beginn meiner zweiten Woche (21.10.2019) in der Grundschule Ringschnait durfte jede Klasse 5 Namen für mich überlegen. Jedes Kind durfte danach eine Stimme abgegeben, welchen Namen ich erhalten soll. Es war ein knappes Rennen zwischen Pieksi und Luna, was am Dienstag die Klasse 2 entscheiden sollte. Am Montagnachmittag musste ich erneut zur Tierärztin. Sie untersuchte mich noch einmal und stellte fest, dass ich ein Männchen bin. Außerdem bekam ich erneut eine Spritze Antibiotika. Danach ging es wieder an die Grundschule Ringschnait und ich bekam extra Igel Delikatessen. Am Dienstag entschieden die Zweitklässler sich für den Namen Pieksi, weil ich ein Männchen bin. Ab sofort heiße ich also Pieksi. Ein schöner Name, denn ich kann wirklich ordentlich pieksen. An diesem Tag durften mich auch endlich wieder die ersten Kinder besuchen. Die Viertklässler beobachteten mich und fanden es wunderschön, mich erneut zu sehen. Am nächsten Tag kamen sogar zwei Klassen auf einmal zu mir. Die Viertklässler besuchten mich mit den Erstklässlern und haben ihren Patenkindern die Regeln im Umgang mit mir erklärt. Stellt euch vor, es waren 34 Kinder auf einmal bei mir! Am Donnerstag bastelten mir die Viertklässler eine tolle Rennbahn aus Schuhkartons und die Drittklässler besuchten mich das erste Mal.

Es war lustig, meine „Betreuerin“ wollte mich wieder am Ohr kraulen. Ihr müsst wissen, wie schön das ist und aus Versehen habe ich sie leicht in den Finger geknabbert. Hihi! Die Rennbahn der Viertklässler ist übrigens super geworden. Schaut sie euch doch selbst auf dem Bild an!

Gleich am nächsten Tag durfte ich diese Rennbahn mit der Klasse 2 ausprobieren. Anfangs war es für mich sehr komisch, in meiner neuen Rennbahn zu laufen. Doch mit jeder Minute verlor ich die Angst und wanderte umher. Beim Herumlaufen in meiner Rennbahn entdeckte ich einen wunderbaren Schuhkarton, der als Tunnel gedacht war. Lustig war für mich, dass man mich nicht mehr herausbekam, denn der Eingang war etwas enger und der Deckel wurde verklebt. Meine „Betreuerin“ war schon leicht frustiert, weil sie mich nicht mehr herausbekam und fing schon an mit der Schere den Eingäng größer zu schneiden, bis ihr auffiel, sie könnte auch den Deckel des Schuhkartons von den anderen Schuhkartons trennen und den Kleber durchschneiden. Stellt euch vor, wie lustig das war. Obwohl ich immer wieder aus meinem Tunnel geholt wurde, rannte ich igelschnell direkt wieder in den Tunnel hinein. Haha das war ein Spaß! Ihr merkt, mir geht es diese Woche schon wieder viel viel besser. Ich habe auch sehr gut gefressen, so dass ich am Anfang der Woche 382gr wog und zum Ende der Woche schon knapp bei 480 gr war. Ich liebe mein Fressen. Das ist wirklich lecker! Ihr seht, so langsam finde ich mich in meinem neuen Zuhause igelwohl.

Woche 1

Am Dienstag, 15.10.2019 wurde ich aus dem Tierheim in Ulm abgeholt und durfte mein neues vorübergehendes Zuhause in der Grundschule Ringschnait beziehen. Bevor es nach Ringschnait losging, musste ich noch einmal auf die Waage. Ich wog 365gr. Danach ging es endlich los nach Ringschnait. Es war für mich eine lange Autofahrt mit viel Stau. Ich wusste nicht, wohin ich gebracht wurde und hatte furchtbar Angst. In Ringschnait angekommen durfte ich gleich mein neues Zuhause, das aus einem Käfig in einem kleinen Raum vor dem Materialraum im Keller bestand, beziehen. Der Käfig wurde mit Zeitungen, Kleintierstreu und einem großen Schlafhäuschen voller Zeitungen ausgestattet, so dass ich mich schön unter viel Zeitungspapier verstecken konnte. Das liebe ich nämlich.

Zu Fressen bekam ich gleich Igel Delikatessen, bestehend aus getrockneten Insekten wie Mehlwürmer, Raupen oder Heuschrecken, und eine Schale mit Katzennassfutter. Es gab Hühncheragout von Whiskas. Eine Wasserschale zum Trinken stand auch bereit. Dies bekam ich fortan jeden Morgen und Abend zum Essen. Am nächsten Tag kam meine tägliche „Betreuerin“, die mein Käfig sauber machte und mir neues Futter gab. Natürlich habe ich in der Nacht jede Menge Blödsinn getrieben und meine Schalen umgeworfen, verschoben und vergraben, so dass sie am Morgen schön aufräumen konnte. Schließlich bin ich ja nachtaktiv und musste mir etwas überlegen, um mir die Nacht in dem kleinen Käfig zu vertreiben. Am Mittwoch, 16.10.2019 wurde ich morgens täglich gewogen. Ich nahm nur wenige Gramm pro Tag zu und machte in der Nacht immer Blödsinn. Am Donnerstag kamen die ersten Schüler zu mir. In der zweiten Schulstunde besuchten mich die Viertklässler. Es war schön zu sehen, dass diese sehr leise waren und mich nur anschauten und auf mich Rücksicht nahmen. In der vierten Stunde kamen die Zweitklässler zu mir. Auch diese konnten sich wunderbar an die Regeln halten. Als mich Frau Hornsteiner aus dem Käfig hob und zeigte, hat sie festgestellt, dass ich Schnupfen hatte. An diesem Tag habe ich auch 15 Gramm abgenommen. Daraufhin durfte kein Schüler mehr zu mir und Frau Hornsteiner hat eifrig herumtelefoniert, welcher Tierarzt Igelerfahrung hat und mich behandeln konnte.

Leider hat sie sogar jemanden in Biberach gefunden. Oh weh das war so ein Pech für mich! In der Nacht zu Freitag aß ich kaum etwas, da es mir nicht sonderlich gut ging. Ich musste nachmittags zur Tierärztin. Stellt euch vor, sie wollte bei mir Fieber messen. Das ging natürlich gar nicht! Deshalb rollte ich mich ganz schnell zusammen, stellte meine Stacheln auf und rollte mich auch nicht wieder auseinander. Gott sei Dank, hat die Tierärztin nachgegeben und bei mir kein Fieber gemessen oder geschaut, ob ich Männchen oder Weibchen bin. Auf Verdacht auf eine bakterielle Infektion bekam ich 2 Spritzen Antibiotika zwischen meine Stacheln. Danach war endlich der Tierarztbesuch vorbei, aber ich hörte, dass ich noch einmal zum Tierarzt muss. Das kann doch jetzt nicht wahr sein! So nach dem Tierarztbesuch, nun ganz schnell wieder nach Ringschnait zu meinem Käfig fahren. Am Wochenende konnte ich tagsüber in Ruhe schlafen und nachts viel fressen. Dieses Mal gab es ein Igel Spezialfutter mit Fleisch, getrockneten Insekten und Ei vom Dehner. Am Sonntag bekam ich eine richtige Delikatesse: ein gekochtes Ei. In der Nacht aß ich alles auf und musste natürlich wieder meinen Käfig durcheinander wühlen. Das Essen war richtig lecker und die Spritzen halfen mir. Ich nahm wieder an Gewicht zu, so dass ich am Sonntag Abend auf stolze 376 Gramm kam.

Die erste Woche in der Grundschule Ringschnait war also schon sehr ereignisreich oder was meint ihr? An meine neue „Betreuerin“ habe ich mich auch schon langsam gewöhnt.

Wir haben Zuwachs bekommen …

und müssen nun tagsüber leise im Schulhaus sein, denn unser Gast ist nachtaktiv und schläft am liebsten, wenn in der Schule gelernt wird. Seit gestern beherbergen wir nämlich einen kleinen Igel. Einen ziemlich kleinen. Er ist noch zu leicht, um es allein über den Winter zu schaffen. Deshalb wohnt er jetzt bei uns in der Schule und wird von uns so lange gefüttert, bis er schwer genug ist, um den Winterschlaf gut zu überstehen. Vielen Schülern hat er sich bereits vorgestellt und alle wissen inzwischen, dass sie sich im Schulhaus besonders leise verhalten müssen, damit er nicht in seinem Tagschlaf gestört wird. Bisher hat der Kleine noch keinen Namen, aber das wird sich sicherlich bald ändern.